Infos: Die neuen EU-Handytarife
Der neue Euro-Tarif kommt diesen Sommer, aber nicht bei allen Anbietern gleichzeitig. Wann werden die Netzbetreiber ihren Kunden den Tarif anbieten, und was wird er kosten? Wie vermutet wurden die Vorgaben der EU nur im Einzelfall unterboten.
Wie bereits mehrfach berichtet, gelten ab diesem Sommer die neuen Roaming-Tarife der EU. Die Mobilfunker müssen diese Tarife ihren Kunden anbieten, es gibt jedoch gewisse Übergangsfristen, so dass nicht jeder Anbieter den gleichen Stichtag hat. Ganz einig scheinen sich die Konkurrenten hingegen beim Preis zu sein: Die maximalen Preisvorgaben der EU werden so geringfügig wie möglich unterboten. Wir haben zusammengestellt, wie die vier deutschen Netzbetreiber die Umstellung handhaben.
T-Mobile
T-Mobile setzt ab 1. Juli die neuen Anforderungen der EU an die Roamingpreise um. Damit ist der Marktführer am frühesten dran. Von der Umstellung betroffen sind die rund zehn Millionen Kunden, die mit den Tarifen von "T-Mobile Weltweit" telefonieren. Für alle abgehenden Gespräche in Ländergruppe 1 fallen im Standard-Roaming-Tarif T-Mobile Weltweit ab Juli 58 Cent die Minute an. Wenn Reisende in einem Land der Gruppe 1 angerufen werden, zahlen sie 28 Cent die Minute. Weiterhin buchbar ist auch die Option Relax Holiday.
Die anderen rund 20 Millionen Kunden, die keinen Auslands-Spezialtarif haben, müssen sich bei T-Mobile melden, wenn sie zum 1. Juli den neuen Euro-Tarif nutzen wollen. Melden sie sich nicht, werden sie zum 1. Oktober automatisch auf die neuen Roaming-Tarife umgestellt. Wer bis dahin verreisen will, sollte in jedem Fall eine Umstellung beantragen, denn in den anderen Tarifen telefoniert man meist zu sehr hohen Preisen. Das gilt insbesondere für Prepaidkunden.
Vodafone
Vodafone stellt automatisch am 29. Juli alle Vertrags- und Prepaidkunden, die nicht den Sondertarif "Reiseversprechen" gebucht haben, auf den neuen EU-Tarif um. Außerdem gilt das Reiseversprechen ab 18. Juli in allen Netzen der angeschlossenen 33 Länder. Bislang musste man in ein Vodafone-Partnernetz eingebucht sein, um den Tarif nutzen zu können. Kunden, die das Reiseversprechen nutzen, brauchen nichts zu tun, sie telefonieren im gewohnten Tarif zu den bisherigen Konditionen. Wer trotzdem lieber den EU-Tarif haben will, kann ihn ab 29. Juli auf Wunsch bekommen. Die Preise für den Euro-Tarif sind die gleichen wie bei T-Mobile.
E-Plus
E-Plus stellt seine Kunden zum 1. August um, und zwar automatisch alle Kunden, die momentan im International-Tarif telefonieren. Postpaid-Kunden, die noch einen Spezial-Alt-Tarif nutzen, werden darüber informiert, dass sie sich aktiv um eine Umstellung kümmern müssen. Entscheiden sie sich dafür, werden sie ebenfalls kurzfristig, frühestens aber zum 1.8., umgestellt. Parallel dazu - und unabhängig davon - können E-Plus-Vertragskunden ohne Zusatzkosten zwischen dem 1. Juli und 30. September das Holiday-Special nutzen. Damit telefoniert man in zehn Ländern für 25 Cent pro Minute plus einem Einmalentgelt pro Gespräch von 75 Cent. Auch bei E-Plus zahlen die Kunden für den Euro-Tarif 58 Cent für abgehende Gespräche bzw. 28 Cent für im EU-Ausland ankommende Gespräche.
o2
Bei o2 können sich alle Kunden, die den Euro-Tarif haben möchten, ab 30. Juli beim Anbieter melden. Wenn man in einem Standardtarif telefoniert, wird die Umstellung auf den Euro-Tarif aber ohnehin automatisch zu 30. August vorgenommen. Kunden, die im Tarif My Europe Top oder mit der EU-Option (nicht zu verwechseln mit dem Euro-Tarif, der bei o2 übrigens anders heißen soll) telefonieren, können sich melden, falls sie auch umgestellt werden möchten. In diesen Fällen dürfte der Euro-Tarif jedoch vielfach höher liegen als der bisher genutzte Optionstarif. Die Preise bei o2, wen wundert's: 58 bzw. 28 Cent.
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