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Folgen der Gerichtsurteile

So behandeln die Mobilfunker inaktive Prepaid-Nutzer

Teaser 004Ein Guthaben auf einer Prepaidkarte wird künftig nicht mehr verfallen, auch wenn man die Karte lange nicht mehr aufgeladen hat. Doch heißt das auch, dass die Karte ewig und drei Tage nutzbar sein wird? Klare Antwort: Nein.

Wie bereits berichtet, lässt Vodafone ebenso wie o2 Germany kein Guthaben mehr auf einer Prepaid-Karte verfallen. Auch solche Guthaben, die vor mehr als einem Jahr auf die Karte geladen und seitdem nicht abtelefoniert wurden, kann sich der Karteninhaber auf Antrag zurückbuchen lassen, wenn er die Karte nicht mehr nutzen will. Die beiden anderen Netzbetreiber werden nachziehen, die Service-Provider voraussichtlich auch.

Karten gelten nicht ewig

Doch das bedeutet im Gegenzug nicht, dass die Karten bis zum Sankt Nimmerleinstag nutzbar sind, ohne dass der Netzbetreiber einschreitet - schließlich entstehen den Unternehmen Kosten durch die Weiterführung solcher Prepaid-Karteileichen. Außerdem würden die Nutzerzahlen der Unternehmen ins Unermessliche steigen, wenn jeder, der seine Handykarte seit drei Jahren nicht mehr genutzt hat, als Kunde geführt würde. Nicht zuletzt müssen auch Vorgaben des Gesetzgebers mit einbezogen werden. So dürfen beispielsweise die Daten inaktiver Kunden, die die Leistungen des Unternehmens nicht mehr in Anspruch nehmen, eigentlich nur 80 Tage aufbewahrt werden.

Wie behandeln die Mobilfunker solche Nutzer, die ihre Karte schon lange nicht mehr aufgebucht haben? Wir haben bei den vier deutschen Netzbetreibern nachgefragt.

T-Mobile

Der Marktführer arbeitet noch an einem System, um den Kunden auf einer inaktiven Karte verbliebenes Guthaben wieder zurückerstatten zu können. Wenn sich derzeit ein Kunde mit einem solchen Anliegen an T-Mobile wende, werde er kulant behandelt, so eine Sprecherin, es stecke aber noch kein Regelprozess dahinter. Im Normalfall läuft es so ab, dass ein Kunde ein Jahr lang mit seiner Karte telefonieren kann, ohne sie nachzuladen. Danach ist er noch drei Monate erreichbar, ohne selbst telefonieren zu können. Dann hat der Kunde noch weitere drei Monate Zeit, innerhalb derer er die Karte wieder aufladen kann. In diesem Fall wird auch ein eventuell aus den vergangenen 15 Monaten "mitgebrachtes" Guthaben wieder draufgebucht (Cash Memory).

Vodafone

Der Branchenzweite Vodafone will all jene Kunden, die ihre Prepaidkarte seit mindestens einem Jahr nicht genutzt haben, darüber informieren, dass ihre Karte demnächst abgeschaltet wird. Das gilt jedoch nur dann, wenn die Karte überhaupt nicht mehr genutzt wurde, also auch keine eingehenden Telefonate oder SMS mehr ankamen. Diese Info sollen die betroffenen Kunden per SMS bekommen. Dann haben die Kunden einen Monat Zeit, um die Karte wieder aufzuladen. Tun sie das nicht, wird die Karte abgeschaltet. Auf Wunsch des Kunden wird nach Beendigung des Vertrags ein etwaiges Restguthaben ausgezahlt und auf ein deutsches Girokonto gutgeschrieben. Dazu muss die SIM-Karte eingeschickt werden.

o2

o2 informiert inaktive Nutzer, die ihre Karte ein Jahr lang nicht aufgeladen hatten, ebenfalls darüber, dass die Karte demnächst gesperrt wird. Über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten werden die Kunden dreimal per SMS und einmal per Brief über die anstehende Deaktivierung der Karte informiert. Erfolgt in diesem Zeitraum keine erneute Aufladung, wird die Karte gesperrt und ein eventuell noch bestehendes Guthaben abgebucht. Doch man kann sich auch danach noch das Guthaben auszahlen lassen, indem die SIM-Karte zu o2 geschickt wird. Hat man die Karte nicht mehr, ist keine Auszahlung des Guthabens möglich.

E-Plus

E-Plus - ebenso wie T-Mobile noch nicht von Gerichtsurteilen zum Guthabenverfall betroffen - klärt derzeit noch ab, wie den Kunden verbliebenes Guthaben zurückerstattet werden kann. Das genaue Procedere steht noch nicht fest; klar ist aber, dass ausbezahlt wird. Ebenso wie bei den anderen Netzbetreibern bucht auch E-Plus das Guthaben zunächst ab, doch es verfällt nicht. Derzeit ist es nur über die Hotline möglich, sich bei der Kündigung einer E-Plus-Prepaidkarte verbliebenes Guthaben erstatten zu lassen. Wie es künftig laufen wird und wann die Kunden über die anstehende Deaktivierung einer länger nicht genutzten Karte informiert werden, steht derzeit noch nicht fest. Ohne erneutes Aufbuchen ist die Karte derzeit ein Jahr lang gültig. Danach hat der Nutzer nur zwei Monate Zeit zum Nachladen. Wird in diesem Zeitraum nichzts aufgebucht, ist die Karte deaktiviert und bleibt es auch.


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